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Darwins Alptraum

FÜRS KINO VERFILMTE SERIEN

Specialbild FÜRS KINO VERFILMTE SERIEN Special D 2000 5 Min
Regisseur: sundance
Über: Fernsehserien

Content:

Nach dem überwältigenden Erfolg von "Drei Engel für Charlie (==>)" bietet es sich geradezu an, mal etwas über die in den letzten Jahren fürs Kino wieder aufbereiteten Serien zu schreiben. Denn die Engel bedeuten nur die Fortführung einer Mode, die schon mit "Star Trek - Der Film" 1979 ihren Anfang nahm, als man Captain Kirk infolge des "Star Wars"-Booms reaktivierte und die Crew der Enterprise in die unendlichen Weiten des Weltraums zurückbeorderte.So soll hier auf keinen Fall eine lückenlose Aufzählung zu erwarten sein und der Anspruch auf Vollständigkeit versichert werden. Schauen wir uns nur mal an, was man denn aus den 60ern und 70ern fürs moderne Kino adaptierte.

"Star Trek - Der Film" (1979):

Leider gelang den Machern mit dem ersten Film kein wahrer Gegner für "Star Wars". Zu offensichtlich bemühte man sich, möglichst viele Spezialeffekte in den Film zu packen, so dass auf die wahren Stärken der klassischen Serie beinahe gänzlich der Schleier des Vergessens gelegt wurde. Es fehlte die Spannung. Wirkten die Szenen aus "2001 - Odyssee im Weltraum" dank der musikalischen Untermalung noch faszinierend, ödet es den Zuschauer einfach an, Spock durch das All treiben zu sehen. Außerdem ließ man jeglichen Humor beiseite, der sich doch immer so gut in den Rededuellen zwischen Mr. Spock und Dr. "Pille" McCoy aufbaute. So muss man dieses Remake wohl zu einem der gescheitertsten erklären. Und hätte man in den weiteren Star Trek-Filmen nicht wieder auf die alten Stärken zurückgegriffen, müssten wir wohl heute auf Filme wie "Star Trek IV - Zurück in die Gegenwart" oder "Star Trek VIII - Der erste Kontakt" verzichten.

"Batman (==>)" (1989) und "Batman (==>)s Rückkehr" (1992):

Ein junger Regisseur namens Tim Burton (==>) stellt sich der Aufgabe, den vielleicht berühmtesten Superhelden nach Superman zu reanimieren: Batman (==>). Konnte man damals die Besetzung des Batman (==>) mit Michael Keaton kaum nachvollziehen, muss man im Nachhinein zugeben, dass er die beste und überzeugendste Fledermaus abgab. Dank Keatons Love Interest Kim Basinger und seinem Gegenspieler Jack Nicholson (==>) als dauergrinsenden Joker wird in diesem ersten "Batman (==>)" auch die Schauspielerkunst noch benötigt, die man in "Batman (==>) forever" und "Batman (==>) und Robin" wegen der überbordenden Spezialeffekte und Actioneinlagen beiseite ließ. In Tim Burton (==>)s zweitem "Batman (==>)s Rückkehr" bahnte sich diese Richtung schon an, wenn auch hier weniger die Spezialeffekte den Helden in den Schatten stellten als vielmehr die Bösewichte Danny DeVito und Michelle Pfeiffer.

Man kann "Batman (==>)" aufgrund seiner düsteren Atmosphäre, seiner detaillierten Charakterzeichnung und auch seiner Musik (Burtons Hauskomponist Danny Elfman) eigentlich noch über die Serie aus den 60ern positionieren, da in dieser comicknallbunten Welt die tragische Komponente des Waisen Bruce Wayne (=Batman (==>)) keine Erwähnung fand. Mit diesem Film schaffte Burton nach "Beetlejuice (==>)" seinen endgültigen Durchbruch. Es folgten Filme wie "Edward mit den Scherenhänden (==>)", "Ed Wood (==>)", "Mars Attacks (==>)" und "Sleepy Hollow (==>)".

"Batman (==>) Forever" (1995) und "Batman (==>) und Robin" (1997):

Diese beiden Fortsetzungen mit Val Kilmer und George Clooney (==>) in der Hauptrolle bewegten sich zwar deutlich in der Gewinnzone, was das Box-Office-Resultat anbelangte, degradieren aber die Figur des Batman (==>) zu einem reinen Actionprotz, der scheinbar motivations- und gefühllos seine Aufgaben erledigt. Für dieses Verbrechen an der klassischen Figur zeichnet Joel Schumacher verantwortlich, dessen Filmschaffen widersprüchlicher nicht sein könnte. Mal gelingt ihm eine gekonnte Charakterstudie wie in "Falling Down", dann wieder bemüht er wie in "8MM" jedes noch so billige Klischee.

"Mission: Impossible" (1997) und "Mission: Impossible-2 (==>)" (2000):

An sich handelt es sich bei beiden um recht gelungene Filme. Wenn man allerdings die beiden in Verbindung mit ihrem Original vergleichen muss, dann stellt sich gleich heraus, dass nichts mehr davon geblieben ist, was die Serie "Kobra, übernehmen Sie" so populär machte. Großgeschrieben war die Teamtätigkeit unter der väterlichen Führung von Peter Graves. Im ersten "Mission: Impossible" wird zu Beginn gleich mal das Agententeam ausgelöscht. Und zu allem Überfluss stellt sich am Ende heraus, dass kein anderer als Jon Voight als "Vater des Teams" den Oberbösewicht darstellen muss. Tom Cruise als Ethan Hunt duldet keine anderen Götter, ähh, Helden neben sich und kreierte einen modernen James Bond, der gegenüber dem schwachen Pierce Brosnan leicht die Oberhand gewinnen konnte. Und mit seinem zweiten Teil legte er die Messlatte für James Bond derart hoch, dass wir im nächsten Bond sicherlich auch Martial Arts und "Matrix (==>)"-inspirierte Szenen erwarten können. Schau mer mal.

"Maverick" (1994):

Endlich traute man sich, einen Schauspieler für das Remake zu verwenden, der auch schon in der Originalserie zu sehen war und nicht nur für einen Cameo-Auftritt eingesetzt wurde. Basierend auf der Western-Serie "Maverick" durfte James Garner neben Mel Gibson, Jodie Foster und James Coburn wieder ran, diesmal aber größtenteils ohne rauchende Colts. Die Handlung verläuft so, dass Gibson für die Teilnahme an einem hochdotierten Poker-Turnier noch Startgeld einkassieren muss und ihm auf seiner Odyssee durch den wilden Westen zahlreiche Hindernisse bereitet werden. Der Film spielt gekonnt mit Verwechslungen, Spannung und einer übergroßen Portion Humor. Den Kern der Serie allerdings greift auch "Maverick" nur im allgemeinsten Falle auf.

"Mit Schirm, Charme und Melone" (1998):

Von all den schlechten Verfilmungen ragt diese noch weit heraus. Während andere die Handlung wie in "Maverick" wenigstens soweit anpassen, dass sie verstanden werden kann, versuchte hier der Regisseur Jeremiah Chechik krampfhaft, die Sixties wieder aufleben zu lassen. Ihm sei hier nur mal "Austin Powers" empfohlen. Außerdem entwickelte er eine offensichtliche Liebesgeschichte zwischen Emma Peel und John Steed, wodurch er jedem eingefleischten Fan, also auch mir, einen Pflock ins Herz rammte. Denn genau die zweideutigen, intelligenten und ironischen Wortduelle der beiden Agenten sorgten für die außergewöhnliche Atmosphäre der Serie, die noch dazu durch den Gegensatz der emanzipierten, ledertragenden und schlagkräftigen Emma Peel und dem tiefbritischen, formell gekleideten und überlegenden John Steed aufgewertet wurde. Und davon blieb nichts, aber auch gar nichts im Kinofilm übrig. Wenn man die Serie nie gesehen hat, checkt man keine einzelne Szene. Und wenn man die Serie kennt, ärgert man sich eben über jede einzelne Szene. Aufrichtig bemitleide ich nur die total unterforderten Sean Connery (==>), Uma Thurman und Ralph Fiennes, die sich mit diesem Film wahrlich keinen Gefallen taten. Schirm drüber.

Auch die Kinofilme "Wild Wild West" (1999 ), "The Saint" (1997), "Mein Onkel vom Mars" (1999) und "Lost in Space" (1999 ) konnten die in sie gesetzten Erwartungen nicht erfüllen. Von diesen vier Filmen kennen wir in Deutschland eigentlich nur ein Original, nämlich "Simon Templar", dem "The Saint" entspricht. "Wild Wild West" wurde zwar massivst beworben, floppte aber in Hinblick auf seine Entstehungskosten gewaltig. Die von 1965 bis 1969 laufende Serie erfreute sich zwar in den USA größter Beliebtheit, hierzulande kannte sie bis zum Kinofilm mit Will Smith und Kevin Kline kein Mensch. Genauso verhält es sich mit "Lost in Space", die in den Jahren 1965 bis 1968 als Antwort auf die "Schweizer Familie Robinson" über amerikanische Bildschirme flimmerte und es trotz billigster Produktion auf 83 Episoden brachte. "Mein Onkel vom Mars" mit Ray Walston (der Richter aus "Picket Fences") bezog seine Langlebigkeit (1963 bis 1966) vor allem aus humoristischen Einlagen. Sein modernes Pendant auf der Kinoleinwand setzte dagegen auf Christopher Lloyd und noch mehr auf die Spezialeffekte.

"Drei Engel für Charlie (==>)" (2000):

Doch erst jetzt gelang es einem Regisseur wieder, eine alte Fernsehserie richtig aufblühen zu lassen. McG entwickelte aus den drei Engeln der Serie noch modernere, schlagkräftigere und witzigere Frauen. Auch wenn die Actionelemente sehr ausgeprägt sind, erhält er dennoch irgendwie die Atmosphäre der Serie. Hilfreich zur Seite stehen ihm hierbei der Clown Bosley (Bill Murray) und die Stimme des Charlie, der einfach als das Markenzeichen der Serie anzusehen ist. Einen weiteren Pluspunkt gewinnt er damit, dass er zahlreiche ironische Seitenhiebe auf andere Serien und Filme einbaut. Bill Murray erinnert sich so zum Beispiel in der Gefangenschaft an die Unterhaltungen mit dem Nager aus "Und täglich grüßt das Murmeltier". Und auch die drei Hauptdarstellerinnen nehmen sich nicht allzu ernst, sondern spielen einfach nach Cyndi Laupers Motto "Girls just wanna have Fun".

Somit kann man "Drei Engel für Charlie (==>)" sicherlich als gelungene Umsetzung der Originalserie bezeichnen, die die anderen locker in die Tasche stecken kann. Außer "Batman (==>)". Dieser ist meiner Meinung nach das beste Remake, da es sein Original um Längen überholt hat. Und sicherlich wird "Drei Engel für Charlie (==>)" dank seines großen weltweiten kommerziellen Erfolges nur den Ausgangspunkt für weitere Neuverfilmungen darstellen. Im Sog der neuen "Star Wars"-Episoden denken Produzenten über eine Neuauflage von "Kampfstern Galactica" nach. "Star Trek X" befindet sich ebenso in Planung, wie der nächste "Mission: Impossible"-Streifen.



"Star Trek - Der Film" (1979): 4

"Batman (==>)" (1989): 1

"Batman (==>)s Rückkehr" (1992): 2

"Batman (==>) Forever" (1995): 4

"Batman (==>) und Robin" (1997): 5

"Mission Impossible" (1997): 2

"Mission: Impossible-2 (==>)" (2000): 1

"Maverick" (1994): 1

"Mit Schirm, Charme und Melone" (1997): 6

"Drei Engel für Charlie (==>)" (2000): 1
Fazit: Unterschiedlichste Qualitäten

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