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Zwei glorreiche Halunken

Dan Aykroyd

Specialbild Dan Aykroyd Special D 2002 5 Min
Regisseur: sundance
Über: Dan Aykroyd

Content:

Der am 1. Juli 1952 als Daniel Edward Aykroyd in Ottawa, Kanada geborene Komiker kann bereits auf eine lange und erfolgreiche Karriere zurückblicken. Zu seinen Paradestücken als Komiker gesellen sich auch einige ernste Rollen, wobei er oft nicht nur als Schauspieler, sondern auch als Drehbuchautor, Produzent oder Regisseur tätig wurde.

Doch zu Beginn erst einige private Details. Seit 1983 ist Aykroyd mit der Schauspielerin Donny Dixon verheiratet, mit der er auch drei Töchter hat. Bekannt ist auch, dass er ein Faible für Polizeimarken und Polizeiautos hat (zu sehen in manchen seiner Filme, dazu später mehr), was aber aufgrund seines (allerdings abgebrochenen) Studiums der Kriminologie nicht weiter verwunderlich sein sollte. Außerdem ist leicht ersichtlich, dass er am Übernatürlichen interessiert ist, siehe die Fernsehserie "PSI-Faktor", wo er eine Art Moderator gibt.

Der Kanadier begann seine Karriere als eines der Gründungsmitglieder der berühmt-berüchtigten Comedy-Serie "Saturday Night Life", wo er u.a. mit seinem Freund John Belushi rumkaspern durfte (und außerdem mit Steve Martin und Chevy Chase). So stand er 1979 in seinem ersten größeren Projekt , der Spielberg'schen Kriegssatire "1941 - Wo bitte geht's nach Hollywood?", mit Belushi vor der Kamera. Ihre nächste Zusammenarbeit im Jahre 1980 unter der Regie ihres "Saturday Night Life"-Kollegen John Landis entwickelte sich zum unbestrittenen Kultfilm: "Blues Brothers (==>)". Zu diesem Film bedarf es keiner Worte, ich hab ihn unzählige Male gesehen, und hab immer noch nicht genug von "Think" und "Somebody to Love" und "Rawhide". Weitere Kooperationen mit Landis waren "Die Glücksritter", "Kopfüber in die Nacht", "Spione wie wir (==>)", "Blues Brothers (==>) 2000".

"Die Glücksritter" (im Original "Trading Places") mit Eddie Murphy und Jamie Lee Curtis als Co-Stars erzählt von einer Wette zweier schrulliger Reicher, die feststellen wollen, ob die soziale Herkunft entscheidend für Erfolg ist. Dafür berauben sie Aykroyd seiner luxuriösen Existenz und statten Murphy mit viel Geld aus. Das Ergebnis ist 1983 vor allem ein Lacherfolg bei den Zuschauern. Im folgenden Jahr kommt dann einer der kommerziell erfolgreichsten Filme in die Kinos: "Ghostbusters". Mit einer zugegebenermaßen einfachen Handlung, aber mit umso mehr witzigen wie unheimlichen Gespenstern kannte bald jeder den "Ghostbusters"-Song und wusste, wie man welche Geister am besten mit welchem technischen Schnickschnack unschädlich machen konnte.

Mit seinem "Saturday Night Live"-Kumpel Chevy Chase entstand 1985 eine wirklich gelungene Agenten-Parodie namens "Spione wie wir (==>)". Hier spielen die beiden zwei Durchschnittsbeamten, die durch eine komische Fügung des Schicksals (d.h. eigentlich sollen sie Lockvögel spielen) zu Geheimagenten befördert werden. Mit aller nur möglichen Dummheit gelingt es ihnen am Ende sogar, die Welt zu retten. Regie führte auch hier John Landis, und neben Aykroyds Frau Donna Dixon konnten auch Regie-Stars wie Terry Gilliam (==>)("Das Leben des Brian (==>)", "Twelve Monkeys", "Time Bandits"), Frank Oz ("Bowfingers große Nummer (==>)", "The Score (==>)", Puppenspieler von Yoda aus "Star Wars") und Sam Raimi ("Spider-Man (==>)", "Ein einfacher Plan") überredet werden, in kleinen Rollen zu spielen.

1987 stand "Dragnet" an, der in Deutschland unter dem unsäglichen Titel "Schlappe Bullen beißen nicht" lief. "Dragnet" war der Film zu einer Polizeiserie aus den 60ern, was erneut Aykroyds Faible für die Polizei aufleben lässt. Als Co-Hauptdarsteller glänzt der in den 80ern auf Komiker festgelegte Tom Hanks. An sich kann man auch hier wieder von einer guten Komödie sprechen, die die (nicht nur) etwas schwächeren Filme von Aykroyd ein wenig vertuschen kann. Dazu zähle ich krude Filmchen wie "Dr. Detroit" (1983), "Der Couch-Trip" (1988), "Meine Stiefmutter ist ein Alien" (1988) oder "Caddyshack II" (1988).

Aber schon 1989 erlebt Dan Aykroyd wieder ein Hoch, als die Geisterjäger in "Ghostbusters II" erneut zum Neutralisator greifen. Die Besetzung mit Harold Ramis und Bill Murray ist dieselbe, demnach auch das Ergebnis: Sieg über das Böse und Sieg an den Kinokassen. Doch im selben Jahr kann Aykroyd auch in einem ernsteren Film begutachtet werden: "Miss Daisy und ihr Chauffeur", wo er den Sohn von Miss Daisy glänzend spielt und sein durchaus vorhandenes schauspielerisches Talent über seine komödiantischen Fähigkeiten stellt. Die Oscar-Nominierung war der verdiente Lohn.

Mit dem Ausnahme-Mimen Gene Hackman dreht er 1990 die Krimikomödie "Der Harte und der Zarte" (oder "Loose Cannons"), die trotz allen Klamauks dank der schizophrenen Darstellung Aykroyds gut genießbar ist. Seine Regiearbeit "Valkenvania" (1991) mit Chevy Chase und Meg Ryan in den Hauptrollen lasse ich dagegen mal lieber unkommentiert.

Im Heuler "My Girl" (und später auch in der Fortsetzung) spielt er 1991 den Vater von Anna Chlumsky, die sich ja unsterblich (na ja, fast) in Macaulay Culkin verliebte. Im Jahr darauf kämpfte er im mit Starbesetzung aufwartenden Computer-Thriller an der Seite von Robert Redford und River Phoenix gegen einen größenwahnsinnigen Ben Kingsley. Es folgten einige weniger gute Filme wie "Insel der geheimen Wünsche" (1994) oder "Tommy Boy - Durch dick und dünn" (1995), bis er 1996 mit seinem alten "Saturday Night Live"-Kumpanen Steve Martin wiedervereint wurde: "Immer Ärger mit Sgt. Bilko".

1996 und 1997 folgten zwei Krimis mit ziemlich unterschiedlicher Qualität. Ersterer und schlechterer war "Minnesota" mit Keanu Reeves und Cameron Diaz, in dem er einen ziemlich unglaubwürdigen Killer spielte. Zweiterer und besserer war "Ein Mann - Ein Mord" mit John Cusack, in dem er ebenfalls einen Killer gab, dieser aber aufgrund seiner außergewöhnlichen Coolness schon wieder glaubwürdig war.

Im Jahre 1998 sollte es zur Wiedererweckung eines Klassikers und auch eines alten Freundes kommen: "Blues Brothers (==>) 2000". Anstelle des Anfang der 80er verstorbenen John Belushi swingt nun John Goodman über die Leinwand, doch trotz fast aller Musiker aus dem ersten Film plus Eric Clapton kommt nie mehr das Feeling auf, das einem beim Original unablässig fesselt. Und auch John Landis' Comeback fiel für ihn keineswegs so erfolgreich aus, wie er es von diesem Film erwartet hatte; da helfen auch keine 50 oder 100 verbeulte "Bullenkisten".

Zu folgenden Filmen verfasste Dan Aykroyd übrigens auch das Drehbuch bzw. war beteiligt: "Blues Brothers (==>)", "Ghostbusters", "Spione wie wir (==>)", "Dragnet", "Ghostbusters 2", "Valkenvania", "Coneheads", "Blues Brothers (==>) 2000".

Zuletzt war er in einigen sehr erfolgreichen Filmen zu sehen, bei denen er selbst aber keinen Beitrag lieferte. Als da wären "Pearl Harbor (==>)", "Evolution (==>)", "Im Bann des Jade Skorpions (==>)" und das Britney Spears-Vehikel "Not a Girl (==>)". Hoffen wir, dass er wieder solche Ideen in Drehbüchern umsetzen kann wie in den 80er Jahren, als er unbestritten seinen Karriere-Höhepunkt hatte.
Fazit: Kommt er wieder?

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