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Land of the Blind
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Tim Burton
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Special |
D |
2001
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5 Min |
| Regisseur: sundance |
| Über: Tim Burton
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Content:
Am 30. August ist es soweit. Der neue Streich von Tim Burton erscheint in den deutschen Kinos: "Planet der Affen (==>)". Da dieser, nach meiner später noch näher erläuterten Zählweise, nun schon seinen achten Film als Regisseur bedeutet, halte ich es für mehr als angebracht, ein Special über diesen genialen und sicher auch etwas verrückten Menschen zu verfassen.
Timothy William Burton wurde am 25. August 1958 in Burbank, Kalifornien geboren. Seine Karriere beim Film begann er bei Disney, wobei er an folgenden Werken als Animator mitwirkte, aber nicht in den Credits aufgeführt wurde: "Cap und Capper" (1981), "Tron" (1982), "Taran und der Zauberkessel" (1985). Nebenbei erhielt er aber von Disney die Chance, seine Ideen in eigenen Filmchen umzusetzen. Dies nutzte er 1982 mit dem sechsminütigen schwarz-weißen "Vincent" aus, einer Hommage an einen der größten und beliebtesten Gruselfilmdarsteller der Filmgeschichte: Vincent Price, der auch gleich noch die Rolle des Erzählers übernahm. Später in "Edward mit den Scherenhänden (==>)" durfte Tim Burton sein Idol dann sogar noch in persona vor die Kamera bitten. Auch seine nächste Regiearbeit vollführte er in schwarz-weiß: "Frankenweenie" (1984), in dem er zahlreiche Parallelen zur "Frankenstein"-Geschichte einflocht, wenn ein kleiner Junge seinen toten Hund wieder zum Leben erwecken will. Sein nächster Film "Pee Wee's Big Adventure" (1985) handelt von einem Mann, der sich auf die Suche nach seinem gestohlenen geliebten Fahrrad macht. Dies war sein erster abendfüllender Film, wobei ich zugegebenermaßen aber alle drei dieser obigen Filme, bei denen er Regie führte, noch nicht sehen konnte.
Als Drehbuchautor steht sein Name bei folgenden Filmen bzw. Serien: "Vincent" (1982), "Edward mit den Scherenhänden (==>)"(1990) und "Nightmare before Christmas" (den er auch als Produzent betreute und der unter der Regie von Henry Selick ("Monkeybone") in Stop-Motion-Technik entstand). Kenner werden in Jack Skellington als Vorlage die Figur des Beetlejuice (==>) aka Michael Keaton sehen, was aufgrund des Äußeren nur allzu nahe liegt. Und für die wahren Koryphäen: Wer "Beetlejuice (==>)" am Ende genau betrachtet, sieht in dem Karussell auf seinem Kopf einen kleinen Schädel: Den Kopf des späteren Jack Skellington nämlich.
Seit "Pee Wee's Big Adventure" setzt Tim Burton seinen Haus- und Hofkomponisten Danny Elfman bei allen seinen Filmen ein, Und außerdem noch in "Nightmare before Christmas". Nur einmal wurde er ihm untreu: bei "Ed Wood (==>) (==>)". Doch ansonsten prägen die unverkennbaren Musikstücke Elfmans sowohl die Atmosphäre als auch die Spannung in Burtons Filmen. Und wer mal was von Elfmans Kino-Kompositionen hören will außerhalb des Burtonschen Gefüges, kann sich aus folgender Reihe was aussuchen: "Dick Tracy" (1990), "Mission: Impossible" (1996), "Men in Black", "Flubber", "Good Will Hunting" (alle 1997), "Proof of Life (==>)"(2000), "Spiderman (==>)"(2001) und "Men in Black 2" (2002). Vielleicht aber sind seine Werke für die Main Themes von Fernsehserien noch bekannter: "Sledge Hammer" oder "The Simpsons" (jaja).
Auch seinen Schauspielern bleibt Burton oft treu (oder umgekehrt?). So standen Lisa Marie (mit der er seit 1992 verheiratet ist), Michael Keaton, Jeffrey Jones und Johnny Depp je dreimal, Winona Ryder, Sarah Jessica Parker, Danny De Vito, Christopher Walken und Jack Nicholson (==>)je zweimal unter seiner Regie vor der Kamera.
Als Regisseur zeichnete Tim Burton also zwar schon für "Vincent" (1982), "Frankenweenie" (1984) und "Pee Wee's Big Adventure" (1985) verantwortlich, doch begann seine Kinokarriere eigentlich erst mit "Beetlejuice (==>)":
1988: "Beetlejuice (==>)". Alec Baldwin und Geena Davis sterben. Ihr schönes Häuschen bezieht ein Paar, das das schöne Anwesen erst mal nach ihrem Gusto umgestaltet. Leider finden das die beiden Toten nicht ganz so witzig und aktivieren den bösen Bio-Exorzisten Beetlejuice (==>) aka Michael Keaton. Doch dieser lässt sich nicht mehr so schnell abwimmeln wie man ihn herbeirufen konnte.
Dieser Film zeigt schon deutlich Tim Burtons Gespür für skurrile Charaktere und ausgefallenes Setdesign auf. Durch grellbunte Bauten und Kostüme rast die teilweise dürftige Handlung einem knallenden Ende zu. Und außerdem erhielt der Film einen Oscar für die Beste Maske.
1989: "Batman". Alternativtitel: "Jack Nicholsons Geldmaschine". Schlauerweise nahm dieser die Rolle des Joker nicht für eine feste Gage, sondern mit einer Gewinnbeteiligung wahr. Denn der kommerzielle Erfolg an den Kinokassen und durch die geschickten Merchandisingprojekte, als wirklich alles mit dem Logo der Fledermaus zu erhalten war, machten sowohl Nicholson noch reicher als auch hievten sie Tim Burton in den Status des Regie-Stars. Getragen von den außergewöhnlichen Kulissen der fiktiven Stadt Gotham City und der optischen Brillanz scheint die Handlung des Films nur Nebensache: Batman (Michael Keaton) macht Jagd auf den übergeschnappten Joker, der vor Jahren, als Batman noch ein Junge war, dessen Eltern ermordete und ihn zu seiner Existenz als Fledermaus brachte. Dachte man damals noch, dass Michael Keaton unpassend für die Rolle des modernen Robin Hoods war, wandelte sich dies doch nach den neueren Batman-Werken ins Gegenteil. Val Kilmer und George Clooney, obwohl beide von mir schon geschätzt sind, leisteten sich peinliche Auftritte im schwarzen Lederkostüm. Wenigstens Clooneys Karriere konnte dieses Intermezzo nichts anhaben, bei Val Kilmer steht wohl fest, dass sich sein schwieriger Charakter hinderlich für Erfolge erweist.
1990: "Edward mit den Scherenhänden (==>)". Altmeister Vincent Price ("Das Pendel des Todes" oder "Das Schreckenskabinett des Doktor Phibes" oder "Theater des Grauens") "erfindet" auf seinem einsamen Schloss eine menschliche Kreatur (Johnny Depp), die anstatt Händen Scheren besitzt. Diese wird gefunden und in eine sterile Kleinstadt gebracht, wo er mit seinen Scheren gleich mal als Friseur und Gärtner die Herzen der Spießbürger gewinnt. Doch als er sich verliebt (in Winona Ryder), ist's vorbei mit der Toleranz und er wird auf ewig auf sein Schloss verbannt.
Mit dieser Parabel um Toleranz von Fremdem folgt der nächste Hit von Tim Burton. Keinem anderen Regisseur gelingt es besser, moderne Märchen mit eingebauter Sozialkritik zu inszenieren. Die optische Umsetzung der Kleinstadtidylle mit Häusern in allen erdenklichen Bonbonfarben erfolgt gewohnt genial. Und mit Johnny Depp beginnt eine kreativ sehr erfolgreiche Zusammenarbeit, die in "Ed Wood (==>) (==>)" und "Sleepy Hollow (==>)" fortgesetzt wird.
1992: "Batmans Rückkehr". Batman schlägt zurück, und die Story wird noch ausgefallener. Wieder nimmt Michael Keaton den Kampf auf, diesmal gegen Catwoman Michelle Pfeiffer und Pinguinmann Danny De Vito. Latexfetischisten werden ihre helle Freude an diesem Film gehabt haben, doch leider wurde aus dem von Burton lancierten Filmprojekt "Catwoman" nichts. Zu sehr driftete dieser zweite Batman in die Comicwelt ab und zu düster wurde der geflügelte Rächer dargestellt, als dass die Warner Bros. einen weiteren Batman mit Burton im Regiestuhl riskieren wollte. Denn Burton orientiert sich, man beachte die Figur des Max Shreck (Christopher Walken), an deutschen Klassikern wie "Nosferatu" oder "Metropolis", die vor allem durch ihre düstere Atmosphäre bestechen und nicht, wie von Hollywood erwünscht, Helden generieren. Herausragend muss man also wiederum die gigantische Kulisse erwähnen, die der Düsterkeit der Handlung und der Charaktere erst ihre Perfektion erteilt. Also nichts für depressive Gemüter.
1994: "Ed Wood (==>) (==>)". Diese Biographie über den schlechtesten Regisseur aller Zeiten, der den schlechtesten Film aller Zeiten "Plan 9 aus dem Weltall (==>)" gedreht hatte, darf keinesfalls als Lächerlichmachen von Ed Wood (==>) (==>) vorverurteilt werden. Vielmehr setzt Tim Burton diesem Liebhaber des Kinos ein grandioses Denkmal, indem er dessen Enthusiasmus und Obsession, Filme zu drehen, seine Referenz erweist und ihn somit über viele Regisseure der heutigen Zeit stellt, die nur für schnöden Mammon Filme abdrehen und keinen Bezug mehr zu ihrem Werk aufbauen wollen. Ansonsten lässt sich mit dieser Hommage auch noch etwas weiter interpretieren: Ich ziehe jetzt hier mal ganz ungeniert und frech Parallelen (oho!). Ed Wood (==>) (==>) wollte ja auch immer mit seinem Idol Bela Lugosi zusammenarbeiten und ich stell meine These auf, dass Tim Burton auch des öfteren dieses Ziel verfolgt. Man sehe sich doch nur die Besetzungslisten an: Ein ganz Großer der Gruselfilme, welchen Burton ja auch mit "Sleepy Hollow (==>)" seine Achtung ausdrückte, spielte in "Edward mit den Scherenhänden (==>)" seine letzte Rolle: Vincent Price. Diesem widmete Burton 1982 schon "Vincent", und nun gewinnt er sein Idol für seinen Film "Edward mit den Scherenhänden (==>)". Ein weiteres Idol, nämlich der als Dracula in den 60ern bekannt gewordene Christopher Lee, gewährte Burton die Freude, in "Sleepy Hollow (==>)" einen Kurzauftritt zu absolvieren.
1996: "Mars Attacks! (==>)". In dieser Invasions-Farce in der Tradition alter Klassiker wie "Kampf der Welten", von dem Roland Emmerich ein Remake namens "Independence Day" inszenierte, landen die Marsmenschen auf der Erde. Ganz ohne friedliche Absichten, sondern einfach nur aus Lust am Töten und Erobern. Die Eindimensionalität ihres Charakters huldigt den B-Movies aus den 50er Jahren, in denen amerikanische Regisseure die Außerirdischen als Pendant zu den Kommunisten verwandten und sie ebenfalls nur mit dem Plan zur Vernichtung der freien Welt ausstatteten. Trotzdem basiert "Mars Attacks! (==>)" nicht auf einem dieser Filme, sondern auf Sammelkarten, die die hässlichen Marsianer in ekligen und blutigen Posen und Handlungen zeigen.
Jack Nicholson (==>)wollte eigentlich alle Rollen übernehmen, doch er beließ es dann bei zwei, der des US-Präsidenten und der des Las Vegas-Millionärs, also zwei typischen korrupten und schmierigen Nicholson-Charakteren. Eine wahre Freude, dem Mann bei der Arbeit zuzusehen. Tim Burton wartet mit einer Besetzung auf, die sämtliche Dimensionen sprengt (und die dann selbst von den Marsianern Schauspieler für Schauspieler in ihre Atome "gesprengt" werden): Jack Nicholson, Glenn Close, Danny De Vito, Annette Bening, Pierce Brosnan, Pam Grier, Natalie Portman, Michael J. Fox, Sarah Jessica Parker, Rod Steiger, Lukas Haas, Jim Brown, Martin Short, Tom Jones, Lisa Marie. Und wie gesagt, die meisten von ihnen spielen eh nicht lang, weil sie von den Marsianern getötet oder seziert werden.
1999: "Sleepy Hollow (==>)". Wieder inszeniert Tim Burton einen Film, der seinen Idolen bzw. Lieblingsfilmen aus seiner Jugend ein filmisches Denkmal setzt. Diesmal spannt er für eine Mini-Rolle Christopher Lee ein, der in den berühmten Dracula-Filmen der britischen Hammer-Studios in den 50ern und 60ern zum legitimen Nachfolger von Bela Lugosis Dracula (wieder eine Parallele zu Ed Wood (==>) (==>)) avancierte. Und genau diesen Hammer-Studios, die atmosphärische Gruselstreifen en masse und in ziemlich unterschiedlicher Qualität produzierten, will Burton mit "Sleepy Hollow (==>)" seine Referenz erweisen. Doch leider geraten die Enthauptungen durch den selbst kopflosen Reiter (Christopher Walken) etwas zu drastisch, was sich zumindest bei mir negativ auf die Bewertung auswirkte. Okay, der Film besitzt eine Atmosphäre, die seinesgleichen sucht in der heutigen Zeit, doch schwindet dieser Effekt bei längerem Zuschauen eben wegen der zähen Handlung, die, wie es scheint, nur von Enthauptung zu Enthauptung springt.
2001: "Planet der Affen (==>)".
All den Filmen von Tim Burton ist gemein, dass man ihnen stets den Enthusiasmus ihres Regisseurs ansehen kenn. Er versucht gar nicht erst, realistische Geschichten zu inszenieren. Dies wäre ihm bald zu langweilig. So baut er seine Stories um Charaktere auf, die entweder total abseits der Gesellschaft stehen wie ein Batman, Edward und Ed Wood (==>) (==>) oder gegen eine fantastische Bedrohung wie Beetlejuice (==>), Marsianer und den kopflosen Reiter antreten. Im "Planet der Affen (==>)" werden sprechende Affen letzteres vertreten. Auch die Atmosphäre spielt eine gewichtige Rolle in seinen Filmen: Düsternis, Musik von Danny Elfman und gotische Bauten stehen als tragende Pfeiler fest, um diese erst so richtig zur Geltung kommen zu lassen. Und somit über teils etwas löchrige und dünne Handlungen hinwegblicken zu können. Doch störend wirkt dies eigentlich bei Burtons genialen Visionen niemals.
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Fazit: Mein Lieblingsregisseur
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