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Verdammt in alle Ewigkeit

TERRY GILLIAM ZUM SECHZIGSTEN AM 23.11.2000

Specialbild TERRY GILLIAM ZUM SECHZIGSTEN AM 23.11.2000 Special D 2000 5 Min
Regisseur: sundance
Über: Terry Gilliam

Content:

"...And now for something completely different!"

So starteten die Monty Pythons jede ihrer Folgen von "Monty Python's Flying Circus". Im Jahre 1967 kam Terry Gilliam aus den USA nach Großbritannien, um Illustrationen bzw. Animationen z.B. an die BBC zu verkaufen. Von einem Herren namens Barry Took wurden die sechs Pythons zusammengeführt. Neben Gilliam waren dies Michael Palin, John Cleese, Terry Jones, Graham Chapman und Eric Idle. Miteinander drehten sie von 1969 bis 1974 ihre berühmt-berüchtigte Fernsehkultserie "Monty Python's Flying Circus". Von Kritikern wurden sie gern als das "Dirty Half-Dozen" beschrieben, also als das "dreckige Halbdutzend". Die radikale Neuerung der sechs Komiker bestand darin, dass ein Sketch keine Pointe haben musste, sondern in seiner Art schon lustig sein konnte. Wobei lustig oft mit anarchistisch, obszön oder schwachsinnig ersetzt wurde. Terry Gilliams Animationen als dazwischengeschobene surreale Bilder taten ihr Übriges, um den typischen Monty Python-Stil zu kreieren. Wer kennt nicht den riesigen Fuß, der den Titel am Ende des Vorspannes zusammenstampft oder Cleese's Ansagen mit seinem "...And now for something completely different!"?

Diesen Ausspruch wählten die Pythons 1971 auch, um ihrem ersten Kinofilm einen Namen zu geben. Im Deutschen verstand man den Gag nicht und übersetzte den Film mit "Monty Python's wunderbare Welt der Schwerkraft (==>)". Der Film wartete mit keiner durchgängigen Handlung auf, sondern präsentierte alte Sketche in neuem Gewande in aufwändigeren Sets. Es sei nur erinnert an den Papageien-Sketch, in dem ein aufgebrachter Kunde den Verkäufer in einer Zoohandlung beschuldigt, ihm einen toten Papagei verkauft zu haben. Mit diesem Film begann also die Karriere als Regisseur für Terry Gilliam.

1974 folgte der erste Python-Film mit einem Plot, den man durchaus als Handlung bezeichnen kann: "Monty Python and the Holy Grail", zu deutsch "Die Ritter der Kokosnuss". Für etwas über 200 000 englische Pfund wurde der Film realisiert, was man ihm dennoch kaum ansieht. Die Geschichte über König Artus und seine Tafelritter auf der Suche nach dem heiligen Gral entwickelte sich zu einem passablen Erfolg, der auch in den USA seine Zuschauer finden konnte.

Doch dann folgte 1979 der Kultfilm der Pythons schlechthin: "The Life of Brian", "Das Leben des Brian (==>)". Dieser Klassiker steht hier eigentlich nur ergänzend, da Gilliam die Regie seinem Kollegen Terry Jones überließ. Der Film wird flankiert von zwei Songs, die für GB nicht typischer sein könnten. Der Anfangssong "A Boy called Brian" scheint mit seinem Shirley Bassey-Touch aus den Nachlässen der James Bond-Filme zu stammen, wogegen der Schlusstitel "Always look on the bright Side of Life" zu einem der englischen Klassiker schlechthin zu zählen ist. Der Inhalt beschreibt die Erlebnisse Brians zur Zeit von Jesus, dessen Vita ungeheuerliche Ähnlichkeiten mit der von Brian aufweist. Natürlich fielen zahlreiche religiöse Fanatiker über die bitterböse Satire her, was aber der Popularität der Python-Truppe keinen Deut schadete.

Der letzte gemeinsame Film der Pythons im Jahre 1983 hieß "The Meaning of Life" ("Der Sinn des Lebens") und bestand aus einzelnen Episoden, die in irgendeiner unzusammenhängenden Art und Weise in einen Film gepackt wurden. So fällt schnell auf, dass die Qualität der einzelnen Episoden stark differiert. Der Gesamteindruck spiegelt allerdings trotzdem die typische Python-Atmosphäre wieder.

Doch nun zu Terry Gilliam im speziellen:

Zwischen den Python-Filmen "Die Ritter der Kokosnuss" und "Das Leben des Brian (==>)" drehte er 1977 seinen ersten "eigenen" Film namens "Jabberwocky". Ganz ohne seine Freunde konnte er denn doch nicht und verpflichtete für die Hauptrolle des durch viele Zufälle gewachsenen Helden in dem grotesken Ritterabenteuer Michael Palin. Vielleicht auch wegen dieser noch nicht gänzlich vollzogenen Abnabelung von den Pythons feierte Gilliam einen vielbeachteten Erfolg.

Nach "Jabberwocky" konnte Terry Gilliam im Jahr 1981einen wahren Hit verbuchen: "Time Bandits". Mit zahlreichen Stars wie Sean Connery (==>), Shelley Duvall ("Shining") oder Ian Holm ("Hamlet") und seinen Kollegen John Cleese und Michael Palin ging er dann schon in die Vollen. Ein Junge reist mit einer Gruppe von Zwergen durch die Zeit und nimmt teil an einigen historischen und weniger historischen Begebenheiten, um am Ende dem personifizierten Bösen gegenüber zu stehen. In den USA entwickelte sich "Time Bandits" zu einem durchschlagenden Erfolg, wodurch Gilliams nächstes Projekt schon gesichert war.

1984 entstand "Brazil", eine an den Roman "1984" erinnernde bitterböse Satire um ein totalitäres Herrschaftssystem, das keinen unbeobachtet lässt und die Menschen ihrer Individualität beraubt. Als Schauspieler konnte Gilliam wiederum einige Hochkaräter gewinnen. So finden sich auf der Besetzungsliste neben Michael Palin auch Jonathan Pryce ("Evita"), Robert De Niro, Ian Holm oder Bob Hoskins. Leider konnte sich das Filmstudio Universal nicht dazu durchringen, den Director's Cut in die Kinos zu bringen und Gilliam musste die Schere ansetzen, da er angeblich die geforderte Filmlänge überschritt. Der wahre Grund liegt wohl mehr in dem kritischen Thema, das der Film verfolgt. So verwundert es umso mehr, dass "Brazil" für den Oscar für das beste Drehbuch nominiert wurde. Erhalten hat er ihn letztlich natürlich nicht.

Gilliams nächster Film wurde 1988 sein bislang teuerster und mit am Abstand erfolgloseste: "Die Abenteuer des Baron Münchhausen". Trotz Schauspielern wie Eric Idle, Oliver Reed, Robin Williams, Uma Thurman, Sting oder Jonathan Pryce entwickelte sich das Märchen mit seinen Kosten von 45 Mio Dollar zu einem gigantischen Flop. Somit wurde Gilliams Höhenflug jäh gestoppt und seine nachfolgenden Projekte erst mal auf Eis gelegt. Auch wenn man anmerken muss, das "Die Abenteuer des Baron Münchhausen" vor Phantasie strotzt und wirklich unterhaltend anzuschauen ist.

So veröffentlicht er 1991 einen vergleichsweise ruhigen Film, der ihm allerdings nicht zuletzt dank der Ausnahmeschauspieler Robin Williams und Jeff Bridges sofort wieder den angemessenen Ruhm beschert: "König der Fischer". Williams wurde für den Oscar nominiert, und Mercedes Ruehl erhielt die begehrte Trophäe sogar als Beste Nebendarstellerin. Die Inhaltsangabe des Films würde hier den Rahmen sprengen, da "König der Fischer" weniger auf Effekte setzt (wozu Gilliam nach seinem Flop auch das nötige Geld fehlte), als vielmehr auf die Charakterisierung seiner Akteure.

1995 folgt dann mit "12 Monkeys" Gilliams endgültige Aufnahme in die Riege der Arrivierten in Hollywood. Mit einem traumatisierten Bruce Willis und einem genial aufspielenden Brad Pitt erzählt er eine Geschichte, die wie eine Mischung aus "Time Bandits" und "Brazil" angelegt ist, aber auf die satirischen Momente, die seine alten Werke ausgezeichnet haben, im großen und ganzen verzichtet und ein eher düsteres Bild der Gegenwart zeichnet.

1998 leistete er sich mit der Literaturverfilmung "Fear and Loathing in Las Vegas" erneut einen etwas weniger erfolgreichen Film. Dies liegt aber in diesem Falle weniger an der Besetzung (Johnny Depp, Benicio del Toro, Cameron Diaz, etc.) oder der filmischen Umsetzung als vielmehr an der Thematik, die vor allem darauf beruht, welche Trips man mit den verschiedensten Drogen durchleben kann.

2001 steht dann Gilliams neuestes Projekt an, das sich mit Don Quixote befassen wird. Ich jedenfalls freu mich schon jetzt drauf.

Filmographie:

==> Monty Pythons wunderbare Welt der Schwerkraft (1p)

==> Monty Pythons Ritter der Kokosnuss (1p)

==> Jabberwocky (2)

==> Time Bandits (1p)

==> Monty Python's The Meaning of Life (3)

==> Brazil (1p)

==> Die Abenteuer des Baron Münchhausen (2)

==> König der Fischer (1)

==> 12 Monkeys (1)

==> Fear and Loathing in Las Vegas (2)
Fazit: Alles Gute weiterhin

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