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Ed Wood

Mystic River

Filmplakat Mystic River Mystic River USA 2003 135 Min
Regisseur: Clint Eastwood
Schauspieler: Sean Penn, Kevin Bacon, Tim Robbins, Laurence Fishburne, Marcia Gay Harden, Laura Linney, Eli Wallach, Emmy Rossum, Kevin Chapman, Spencer Treat Clark
Genre: Krimi-Drama
Verleih:
Homepage: www.mysticriver.de
Trailer: hier (??? MB)

Handlung
Note Handlung 1
Besetzung
Note Besetzung 1
Action
Note Action 1
Spannung
Note Spannung 1
Humor
Note Humor 1
Anspruch
Note Anspruch 1
Inhalt:

Nach etlichen Jahren kreuzen sich die Wege der Jugendfreunde Jimmy (Sean Penn), Dave (Tim Robbins) und Sean (Kevin Bacon) wieder. Aus den Augen verloren hatten sie sich einst, als sie miteinander auf der Straße spielten und ihre Namen in noch flüssigen Beton ritzten. Dabei wurden sie von zwei Männern erwischt, die von den Jungs für Polizisten gehalten wurden. Dave muss in den Wagen einsteigen, damit die Männer ihn zu seiner Mutter fahren. Es stellt sich heraus, dass es keine Polizisten, sondern Pädophile waren. Nach vier Tagen kann Dave fliehen, doch von nun an wird nichts mehr so sein wie es einmal war.

Der aktuelle Anlass des Wiedersehens erweist sich als ebenso tragisch. Jimmys Tochter ist ermordet aufgefunden worden, Sean ermittelt zusammen mit seinem Partner Whitey (Laurence Fishburne), und bald gerät Dave als Verdächtiger in den unglücklichen Strudel von verlorener Jugend, Verdrängung und Rache.
Kritik:

Was die Schauspieler hier abliefern, muss man gesehen haben. Für jeden anspruchsvollen Kinogänger ist "Mystic River" ein absolutes Muss. Hier wird nicht die Dolby Surround-Anlage bis zum Äußersten ausgereizt, hier wird nicht der Schauspieler durch einen digitalen Dummy ersetzt, hier geht es um die Geschichte und um die Kunst des Darstellens. Jeder der drei Männer trägt eine große Last aus der Vergangenheit mit sich herum, und alle drei erliegen einer tragischen Eigendynamik, die sie in einen Strudel hinabzieht und aus dem sie nicht mehr herauskommen werden. Jimmy kompensierte es mit Kriminalität, Dave mit Rückzug und Verdrängung, Sean mit dem Eintritt in die Polizei. Doch stets befällt sie der Gedanke: Was wäre gewesen, wenn ich (nicht) zu den Männern eingestiegen wäre? Das Schicksal schlug erbarmungslos zu, packte Dave am Schopf und spielt sein Spiel mit den dreien. Dave beschrieb sein Leben als das eines Untoten, der scheinbar lebt, aber doch tot ist. Die drei Jungen sind tot, doch die körperlichen Hüllen leben noch immer. Dank Sean Penn, Tim Robbins und Kevin Bacon wird diese Verzweiflung über ein nicht durch eigenes Verschulden verpfuschtes Leben grandios dargestellt. Wenn's hier nicht wenigstens einen Oscar gibt, dann weiß ich auch nicht mehr weiter.

Wie gesagt, der Film lebt von seinen Darstellern und der packenden Geschichte. Vielmehr als zu einem Krimi wird er zu einem faszinierenden Psychogramm über drei Männer, die im Alter von zehn, elf Jahren ihrer Jugend und ihres Lebens beraubt wurden. Brutal, aber dafür umso konsequenter ist dann das Ende von "Mystic River". Natürlich ist es schockierend, ungerecht und erschütternd. Aber ist es nicht gerade deshalb so überzeugend? Vielleicht ist es einfach nur ehrlich.

Clint Eastwood wurde durch die Dollar-Trilogie zum Star des Italo-Westerns, also des Gegenstücks der Filme mit den ach so hehren Pferderittern aus Hollywood. The Man without a Name zog seine Blutspur aus den blutigen und harten Western weiter in den nicht minder kompromisslosen und zynischen "Dirty Harry". Mit der Zeit allerdings wurde aus dem unbesiegbaren und unerschütterlichen Einzelgänger ein gebrochener Held, wie in "Erbarmungslos", wo er zu seinem letzten Gefecht aufbricht. Eastwoods (beachtliche) Regiearbeiten reflektieren dies. Auch hier wurden die Gegensätze zwischen dem unverwüstlichen Italo-Star und dem Tributzollen an das Alter immer größer, bis am Ende, wie z.B. 1999 in "Ein wahres Verbrechen", von der einstigen Ikone des Machismo nur mehr die körperliche Hülle übrig blieb. Vielleicht zeigt gerade diese Uneitelkeit Eastwoods seine wahre Größe aus und rechtfertigt seine Bezeichnung als lebende Legende. Sind andere darauf bedacht, bloß nicht zu alt auszusehen, spielt Eastwood mit seinen Falten, seinem Alter und seinem zerfurchten Gesicht, das mehr auszusagen und zu erzählen vermag als übertriebenes Gerede. Und genau hier liegt auch die Stärke seines neuen Films. Seine Schauspieler sagen mit ihrem Spiel viel mehr aus als mit Worten. Man sieht ihnen die Strapazen an, die ihre Rollenfiguren durchleben mussten und müssen. Und die Bilder einer Parade mit einer jubelnden Menschenmasse am Ende sagen viel mehr aus als mit Dialogen versuchte Interpretationen. Nach außen hin mag alles perfekt und in Ordnung scheinen, doch unter dieser Oberfläche brodelt es und Gerechtigkeit hat seinen Platz verloren.

In einer kleinen Nebenrolle ist übrigens Eli Wallach, der Tuco aus "Zwei glorreiche Halunken (==>)" mit Clint Eastwood, zu sehen.

Special zu Clint Eastwood (==>)
Vergleich: Das Versprechen (==>), Es geschah am helllichten Tag, Sleepers, L.I.E. (==>) - Long Island Expressway, Arlington Road (==>)
Gesamtnote 1 Fazit: Zynischer endete selten ein Film.

Kommentare:

Name: Rudo
Titel: Re: Mystic River

Inhalt:
Wer auf 08 15 Hollywood-Filme mit dramatischem Anfang, linearem Handlungsverlauf und absehbarem Happy-End steht, sollte diesen Film meiden.

Ich selber hoffte den ganzen Film hindurch, dass sich irgendwann alle offenen Rechnungen ausgleichen und die vom Schicksal gebeutelten Schauspieler... (Kommentar aufklappen)


Name: Anonymous
Titel: Re: Mystic River

Inhalt:
Ich kann dem sehr gutem Urteil des Films nur zustimmen. Bei dem Versuch den Inhalt des Films zu erzählen stellt man fest, dass die Geschichte eigentlich relativ unspektakulär ist:
ein Drama zu Beginn des Films wurde sicherlich in einer Reihe von Filmen drastischer, schlimmer dargestellt, die... (Kommentar aufklappen)
Name: Tuvok
Titel: Filmkritik: Mystic River

Inhalt:
Mystic River


Es waren die frühen 70 er Jahre. Eine Zeit die wie ein Unschuldslamm auf jeden unbescholtenen Bürger herabgesehen hat. Eine Zeit in der man alles lieber totgeschwiegen hat, was peinlich und unansehnlich war, anstatt dagegen zu reden. In so einer Zeit kamen JIMMY, SEAN und DAVE... (Kommentar aufklappen)

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